Coronavirus: Aktuelle Informationen zu Schwangerschaft und Geburt

Veröffentlicht: 15. Apr 2020  | Tags: Gynäkologie & Geburtshilfe

Liebe Patientinnen,
liebe Angehörige,

die Corona-Pandemie trifft werdende Eltern besonders hart. Denn sie bringt zahlreiche Unsicherheiten und Fragen angesichts der bevorstehenden Entbindung mit sich und beeinflusst leider auch die Abläufe rund um die Geburt.

Ich möchte Ihnen versichern, dass wir auch in dieser außergewöhnlichen Zeit für Sie da sind. Rund um die Uhr sind unsere Hebammen, Ärzte und Pflegekräfte im Einsatz, um Ihnen während der Entbindung sowie in der Zeit danach medizinisch wie auch menschlich zur Seite zu stehen.

Damit wir dabei sowohl Sie als auch unser Personal bestmöglich schützen können, gelten derzeit einige Besonderheiten. Diese möchten wir Ihnen im nachfolgenden FAQ gerne vorstellen und genauer erläutern.

Alle Maßnahmen dienen sowohl Ihrem als auch unserem Schutz. Wir bitten Sie daher, sich an diese Vorgaben zu halten und uns so dabei zu unterstützen, unsere Begleit- und Besuchsmöglichkeiten auch weiterhin aufrecht erhaltenen zu können.   

Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Mithilfe.
Bleiben Sie gesund.

Ihr

Dr. med. Hanns-Jörg Grimminger
Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Klinikum Würzburg Mitte, Standort Missioklinik

 

Finden Geburten weiterhin wie geplant statt?

Derzeit können alle Geburten wie geplant stattfinden. Durch die Einschränkung der planbaren Operationen im gynäkologischen Bereich können wir uns nun sogar vollumfänglich auf die Geburtshilfe konzentrieren. Es ist uns ein großes Anliegen, Ihnen auch in dieser Krisenzeit ein Geburtserlebnis zu ermöglichen, das Ihnen in angenehmer Erinnerung bleibt.  

Wie kann ich mich vorab über die Klinik und die Entbindung dort informieren?

Leider muss unser Informationsabend für werdende Eltern, ebenso wie der Still-Informationsabend, in der Klinik derzeit entfallen.

Den beliebten „Infoabend für werdende Eltern“ bietet das Klinikum Würzburg Mitte deshalb nun online an. Über unsere Internetseite können sich Interessierte im Vorfeld anmelden. Die Vorträge finden in regelmäßigen Abständen statt, die aktuellen Termine werden rechtzeitg vorab auf der Internetseite und Facebook angekündigt.

Auf unseren Internetseiten möchten wir Ihnen zudem auf digitalem Weg einige Einblicke in unsere Räumlichkeiten und den Ablauf der Geburt in unserem Haus ermöglichen. Hier können Sie schon einmal einen Blick in unsere Kreißsäle werfen.

Findet die Schwangerenberatung noch statt?

Die Schwangerenberatung konnte vorübergehend nur telefonisch stattfinden. Seit Mitte Mai kann die Schwangerenberatung wieder vor Ort angeboten werden. Bitte kommen Sie zum vereinbarten Termin direkt in die Klinik, das Telefoninterview entfällt.  

Sind Begleitpersonen bei der Entbindung zugelassen?

Die Geburt eines Kindes ist ein besonderes Ereignis und wir möchten Vätern nicht verwehren, dabei zu sein und ihr neu geborenes Kind zu sehen. Daher ist auch weiterhin eine Begleitung im Kreißsaal erlaubt. Zugelassen ist jedoch nur eine einzelne Person, ein Wechsel ist nicht möglich. Die Begleitperson darf keine Erkältungs- und/oder Grippesymptome aufweisen. Dies gilt auch bei einem Kaiserschnitt.

Bei Einleitungen oder Blasensprung ohne Wehentätigkeit ist die Anwesenheit der Begleitperson erst bei Geburtsbeginn erlaubt. Wir bitten um Verständnis, dass der genaue Zeitpunkt der Anwesenheit oftmals erst situativ entschieden werden kann.

Bei ambulanten Vorstellungen oder geplanten Untersuchungen im Kreißsaal (z. B. Sonographie, Kaiserschnittsaufklärung) ist derzeit keine Begleitung zugelassen.

Ich wurde während der Schwangerschaft positiv auf das Coronavirus getestet oder habe den Verdacht, infiziert zu sein: Was soll ich tun?

Wenn Sie positiv getestet wurden, Kontakt zu einem COVID-19-Patienten hatten oder Erkältungssymptome zeigen, nehmen Sie bitte unbedingt vor der Entbindung Kontakt zum Kreißsaal auf. So kann sich das Team entsprechend vorbereiten und Schutzvorkehrungen treffen, um eine Infektionsübertragung zu vermeiden. Für erkrankte Patientinnen oder Verdachtspatientinnen gibt es eine spezielle Schutzausrüstung.

Grundsätzlich besteht kein Grund zur Sorge, falls Sie während der Schwangerschaft mit dem Virus infiziert wurden. Nach derzeitigen Erkenntnissen scheint die Erkrankung bei Schwangeren nicht schwerer zu verlaufen als bei anderen Personen im gleichen Alter. Zudem gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass das Baby während der Schwangerschaft das Virus übertragen bekommen kann.

Sind Besucher auf der Wochenbettstation zugelassen?

Die eine Bezugsperson, die Mutter und Kind bei der Entbindung begleitet hat, darf auch zu Besuch auf die Station kommen. Nach dem Tag der Geburt darf pro Tag eine Person zu Besuch kommen - maximal eine Stunde. Bitte informieren Sie das Stationspersonal über Ihren Besuch und halten Sie die in der Klinik geltenden Schutz- und Hygienemaßnahmen ein. Dazu zählen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, Abstand zu anderen Personen und eine regelmäßige und gründliche Händehygiene.

Was ist beim Stillen zu beachten?

Da es derzeit keine Hinweise darauf gibt, dass das Virus über die Muttermilch übertragen werden kann, muss auf das Stillen nicht verzichtet werden.

Wurden Sie positiv auf das Coronavirus getestet oder sind in Sorge, infiziert zu sein, sollten Sie jedoch bei Kontakt mit Ihrem Neugeborenen einen Mund-Nasen-Schutz tragen und besonders auf Ihre Händehygiene achten.

Besteht Maskenpflicht für Schwangere während der Geburt im Kreißsaal?

Zu Beginn, d.h. bei Ankunft, Aufnahme etc. in der Klinik, sollen die Patientinnen eine Maske tragen. Sobald sie in den Wehen liegen bzw. während der Entbindung dürfen die Frauen die Maske dann absetzen.

Für die Begleitperson gilt die Maskenpflicht natürlich während der gesamten Geburt.

 

Weitere Informationen und ausführliche Erklärungen rund um Ihre Schwangerschaft und die Geburt in Zeiten der Corona-Pandemie finden Sie in den Hinweisen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) für schwangere Frauen und ihre Familien.


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